Begleitung für sterbende Kinder
Die Hospizgruppen in Balingen, Albstadt, Hechingen und Meßstetten haben sich zusammengetan, um einen ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst einzurichten.
THOMAS GODAWA
Balingen. Die Hospizgruppen im Kreis entsprechenden damit einer Initiative der „Stiftung Kinderland“ des Landes Baden-Württemberg zusammen mit der Dachorganisation der Hospizgruppen des Landes, in jedem Landkreis diesen wichtigen Dienst anzubieten. Aus diesem Grund hatten die vier Hospizgruppen aus dem Kreis zusammen mit Landrat Günther-Martin Pauli MdL und dem Sozialdezernenten Eberhard Wiget zu einer Pressekonferenz in das Landratsamt nach Balingen geladen.
Der Leiter der ökumenischen Hospizgruppe Balingen, Pfarrer Christof Seisser aus Heselwangen, stellte die Zielsetzung vor. Die notwendigen ehrenamtlichen Stellen werden in der nächsten Zeit ausgeschrieben, damit man mit den Schulungen ab 2012 beginnen kann. Da diese Schulungen auch Geld kosten werden, wird Pfarrer Seisser wieder bei der „Trans-Zollernalb“ vom 23. bis 25. September mitradeln und für Sponsorengelder werben, das dann für die Ausbildung der ehrenamtlichen Helfer eingesetzt werden kann.

Bereiten sich auf die Gründung eines ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes im Landkreis vor (v.l.): Landrat Günther-Martin Pauli, Gertrud Mews-Korell, Vorsitzende Förderverein Albstadt, Ursula Hartrampf, stellvertretende Vorsitzende Förderverein Albstadt, Pfarrer Christoph Seisser, Eduard Maass, Koordinator der Hospizgruppe Balingen, Gudrun Schwarz. Hospizgruppe Meßstetten, Regina Birk, Koordinatorin Hospizgruppe Albstadt und Sozialdezernent Eberhard Wiget.
Foto: Thomas Godawa
Eduard Maass, Koordinator der Hospizgruppe Balingen, erklärt, eine Arbeitsgruppe habe sich bereits gebildet und auch schon einmal getagt. Dabei werden die Gruppe vom Landesverband unterstützt und angeleitet. Immerhin sind in den vier Hospizgruppen des Landkreises inzwischen über 100 ehrenamtliche Helfer aktiv. „Wir werden vor der Trans-Zollernalb auf Firmentour gehen und Sponsoren suchen und damit einen Grundstock für den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst legen“.
Pro Jahr seien lauf Statistik zwölf bis 15 Familien im Landkreis betroffen. „Hier sind Kinder, die unter einer lebensbedrohlichen Krankheit leiden“, so Maass. Von diesen Familien kommen auf die vier Hospizgruppen im Kreis zwei bis vier Fälle als Betreuungsaufgabe zu. „Das klingt zunächst nicht viel, aber eine solche Betreuung ist sehr zeit- und personalintensiv, je nachdem wie groß die Familie ist, wie viele Geschwisterkinder es gibt, wie die sozialen Rahmenbedingungen sind“, unterstreicht Maass. Deshalb sei eine gute und eingehende Ausbildung im Vorfeld für die Begleitung von sterbenden Kinder und Jugendlichen und deren Familien dringend notwendig. Natürlich hole man sich auch Fachberatung von Experten, der Kontakt ist bereits hergestellt. Beim Landratsamt habe man mit der Initiative offene Türen eingerannt, stellt Pfarrer Seisser fest. „Der Landkreis ist dankbar für die ehrenamtliche Initiative, denn auch vor Ort sind eben solche tragischen Fälle zu begleiten“, so Landrat Pauli. „Der Landkreis ist zu- ständig für die Organisation der Pflege und das fällt in diesen Bereich, weshalb wir sehr froh sind über jede Unterstützung“, unterstreicht Sozialdezernent Eberhard Wiget. Die Koordination wird einer Person übertragen, die aus der Arbeitsgruppe heraus bestimmt wird und die Informationen von Arzt, Krankenhaus, DRK oder auch Sozialem Dienst aufnimmt. Finanziert wird dieser neue Dienst aus Fördermitteln der Landesarbeitsgemeinschaft und von den jeweiligen Fördervereinen der einzelnen Hospizgruppen im Landkreis.
(aus: Zollern-Alb-Kurier vom 2.8.2011, mit freundlicher Genehmigung der Zeitung; http://www.zak.de)
