Pfarrer strampelt für die Hospizarbeit

Christof Seisser sammelt bei Trans Zollernalb Geld für neue Gruppe / Begleitung von Kindern und Jugendlichen

Von Gert Ungureanu 

Balingen. Pfarrer Christof Seisser und Eduard Maass engagieren sich seit 15 Jahren in Balingen in der Hospizarbeit. Weitere Gruppen sind in Meßstetten, AIbstadt und Hechingen tätig. Gemeinsam wollen sie eine Kinder- und Jugendhospizgruppe gründen.

Die Vertreter der vier bestehenden Hospizgruppen stelIten in einer InformationsveranstaItung im Landratsamt das Konzept vor. Pfarrer Christof Seisser verwies auf die Stiftung Kinderland und die Landes-Arbeitsgruppe Hospiz, deren Ziel es sei, in jedem Landkreis einen ambulanten Dienst anzubieten.

Er selbst habe bereits begonnen zu trainieren: Die Trans Zollernalb wolle er in diesem Jahr einerseits nutzen, um den Landkreis besser kennenzulernen, andererseits aber auch, um möglichst viele Sponsorengelder für die Arbeit der neuen Gruppe zu erstrampeln. Im vergangenen Jahr sei er bereits mitgefahren, allerdings nur für Balingen. 13 Sponsoren habe er damals gewonnen. In diesem Jahr hofft er auf mehr.

Denn ohne Geld gehe in der Hospizarbeit gar nichts, erklärt Seisser, der auch Vorsitzender der BaIinger Hospizgruppe ist. Für den neuen Kurs müsse man Referenten engagieren, die müssten bezahlt werden. Unter anderem soIIen Kinderpsychologen und -ärzte dafür gewonnen werden. Über 20 Abende geht der Grundkurs, ein viermonatiges Praktikum schließt sich an. Um für die Kinder- und Jugendhospizarbeit qualifiziert zu sein, müsse man noch acht zusätzliche Kursabende belegen.

Zum jetzigen Zeitpunkt verfüge man lediglich über statistische Werte, erklärt Maass. Insgesamt seien zwölf bis 15 Familien im Jahr betroffen. Davon würden lediglich zwei bis drei die ehrenamtliche Sterbebegleitung in Anspruch nehmen. Aber das sei sehr zeitintensiv: »Pro Familie sind drei bis fünf Ehrenamtliche im Einsatz, auch die Eltern und Geschwister werden betreut«.

Vorab wurde ein Arbeitskreis gebildet, der bereits ein erstes Treffen hatte. Ab dem nächsten Jahr soll er zweimal im Jahr zusammenkommen, um der »besonderen Herausforderung« zu begegnen. »Wir alle haben das gleiche Ziel«, sagt Maass und verrät, dass 100 Ehrenamtliche bei der Trans Zollernalb »gegen Geld« mitfahren soIIen. »Am Start- und Zielort werden wir mit Informationen präsent sein.«

Die SponsorengeIder sollen, wie Maass erklärt, den Grundstock für die Arbeit der neuen Gruppe bilden. Im vergangenen Monat habe man schon viele Kontakte geknüpftt. »Wir sind offene Türen eingerannt«, sagt er. »Rückhalt ist wichtig.«

Der Zollernalbkreis begleite die Gruppe sehr wohlwollend, sagt Landrat Günther-Martin Pauli. Und Sozialdezernent Eberhard Wiget erinnert daran, dass es auf der Zollernalb bereits 80 Selbsthilfegruppen gebe: »Da ist das Ehrenamt unverzichtbar.«

Setzen sich für die Arbeit der Kinderhospizgruppe ein (von links) Landrat Günther-Martin Pauli,
Gertrud Mews-Korell (Förderverein Albstadt), Ursula Hartrampf, Pfarrer Christoph Seisser, der
bei der Trans-Zollernalb einen stattlichen Betrag erstrampeln will, , Eduard Maass,
Gudrun Schwarz (Meßstetten), Regina Birk (Hospizgruppe Albstadt) und
Sozialdezernent Eberhard Wiget. Foto: Ungureanu Foto: Schwarzwälder-Bote

(aus: Schwarzwälder-Bote, www.schwarzwaelder-bote.de vom 1.8.2011)